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EAST SIDE GALLERY
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STIFTUNG BERLINER MAUER

EAST SIDE GALLERY

ÜBERBLICK

Das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke ist als East Side Gallery weltberühmt geworden. 118 KünstlerInnen aus 21 Ländern gestalteten nach dem Mauerfall auf 1,3 Kilometern des früheren Grenzelements die längste Open-Air-Gallery der Welt. Als Symbol der Freude über die Überwindung der deutschen Teilung und zugleich als historisches Zeugnis des unmenschlichen DDR-Grenzregimes ist die East Side Gallery heute einer der meist besuchten touristischen Orte Berlins.

Die East Side Gallery ist rund um die Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Dmitri Vrubel, Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben
Dmitri Vrubel, Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben

East Side Gallery

Mühlenstraße 3 - 100
10243 Berlin

S- und U-Bahnhof Warschauer Straße

S3 S5 S7 S9 U1 U3
TramM10, M13
BUS 248, 347

East Side Gallery oder Tamara-Danz-Straße

BUS 248

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DER HISTORISCHE ORT

Die Grenzanlagen hatten an diesem Ort eine besondere Bedeutung. Mit dem Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 wurde die Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg zum Grenzstreifen. Sie gehörte hier in ihrer ganzen Breite zu Ost-Berlin, während das Kreuzberger Ufer bereits West-Berliner Gebiet war. Die East Side Gallery befindet sich somit auf der einstigen Hinterlandmauer, die nach Ost-Berlin zeigte.

Neben der topographischen Besonderheit weist die Grenzanlage hier auch eine bauliche Seltenheit auf: als „Protokollstrecke“ für hochrangigen Besuch in der DDR war die Hinterlandmauer an der Mühlenstraße für jeden sichtbar. Daher wurde sie hier als die bekannte „Grenzmauer 75“ ausgeführt, die andernorts fast immer nach West-Berlin zeigte. Die 3,6 Meter hohen Mauerteile sollten den Blick auf den Todesstreifen versperren.

Die historischen Spuren an der Mühlenstraße dokumentieren zudem die Absicherung und den stetigen Ausbau der Berliner Mauer zu einer unüberwindbaren Barriere. Zur Schaffung eines freien „Sicht- und Schussfeldes“ für DDR-Grenzsoldaten wurde die Uferbebauung sukzessive in den 1970er Jahren abgetragen. 1977 erfolgte der komplette Abriss, nur der Mühlenspeicher des ehemals riesigen Hafengeländes blieb erhalten. Die Grenzanlagen der DDR haben diese intakte Stadtstruktur vollkommen zerstört. Als eines der letzten Zeugnisse der ersten Generation der Mauer ist ein Teil der Hinterlandmauer aus den charakteristischen Hohlblocksteinen von 1961 erhalten geblieben.

Die Mühlenstraße 1987
Mühlenstraße 1987. Gerhard Danigel, CC BY-SA 4.0
Patrouillenboot der Grenztruppen auf der Spree, 1980
Patrouillenboot der Grenztruppen auf der Spree, 1980
Mühlenspeicher und Patrouillenboot der Grenztruppen auf der Spree, 1980
Mühlenspeicher und Patrouillenboot der Grenztruppen auf der Spree, 1980
Grenzanlage an der Mühlenstraße, Blick nach Südosten, 1988
Grenzanlage an der Mühlenstraße, Blick nach Südosten, 1988

Die Berliner Mauer

Weitere Informationen über die Geschichte der Berliner Mauer und die Funktionsweise des Grenzregimes der DDR finden Sie auf der Website der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Im Grenzbereich rund um die Mühlenstraße kamen mindestens 16 Menschen ums Leben. Sie versuchten, durch die Spree an das West-Berliner Ufer zu fliehen und wurden von den Schüssen der DDR-Grenzsoldaten tödlich getroffen oder ertranken wegen Unterkühlung und Erschöpfung. Ein 25-Jähriger und ein 27-Jähriger starben ohne Fluchtabsichten.

Auch an der Kreuzberger Uferseite ereigneten sich immer wieder dramatische Szenen, wenn Kinder beim Spielen ins Wasser fielen. Sie verloren das Gleichgewicht oder rutschten aus und konnten sich allein nicht aus dem Wasser retten. Die West-Berliner Rettungskräfte durften nicht in die Spree, um die Kinder zu retten, während die DDR-Grenzer nicht eingriffen. Bis 1975 ertranken fünf Kinder am Kreuzberger Gröbenufer (heute May-Ayim-Ufer). Um weitere Unfälle zu verhindern, ließ der Berliner Senat die Durchgänge zur Uferböschung verschweißen und vor der Kaimauer einen Zaun ziehen. Im Frühjahr 1976 wurden Wasserunfallmelder am West-Berliner Ufer errichtet.

Mahnmal mit Gedenkkreuz für Udo Düllick
Mahnmal mit Gedenkkreuz für Udo Düllick am West-Berliner Gröbenufer, heute May-Ayim-Ufer, 1980
Wasserunfallmelder am West-Berliner Spreeufer, 1980
Wasserunfallmelder am West-Berliner Spreeufer, 1980

Biografische Portraits

Die biografischen Porträts der Todesopfer an der Berliner Mauer finden Sie auf der Website der Gedenkstätte Berliner Mauer.

GALERIE

Nach der Friedlichen Revolution und dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 wurde der monströse Sperrwall abgerissen und sollte so schnell wie möglich aus dem Stadtbild entfernt werden. Daran wirkten auch die „Mauerspechte“ mit, sie bearbeiteten mit Hammer und Meißel die Betonwand und nahmen die herausgebrochenen Stücke als Triumph über die Überwindung der Teilung mit. Dennoch blieb an der Mühlenstraße ein Teilstück der Berliner Mauer in einer Länge von mehr als 1,3 Kilometer erhalten. Damals sorgten mehr als hundert Künstler aus der ganzen Welt dafür, dass die Mauer bis heute im Berliner Stadtbild erhalten geblieben ist.

Im Dezember 1989 präsentierten KünstlerInnen aus West-Berlin und aus der DDR ihre Idee, die "Mauer zur größten Galerie der Welt" zu machen. Mit offiziellem Auftrag des Ministerrates der DDR wurde das Projekt „East Side Gallery“ gegründet und am 28. September 1990 eröffnet. Die KünstlerInnen schufen mit ihren individuellen Botschaften und Kommentaren ein Dokument dafür, dass Freiheit und Kreativität letztlich stärker sind als Zwangsmaßnahmen und Gewalt. Mit mehr als hundert Gemälden drückten sie ihre Freude über den Mauerfall und die Überwindung der Teilung aus.

Die KünstlerInnen der East Side Gallery bewahrten mit ihren Werken die Mauer vor ihrem Abriss, vor weiterem Zerfall und vor Zerstörung. Im November 1991 wurde die East Side Gallery in die Denkmalliste des Landes Berlin eingetragen. Die East Side Gallery ist nicht nur das sichtbarste Resultat der Maueröffnung, infolge des inzwischen nahezu vollständigen Abrisses der Berliner Mauer zählt sie auch zu den wenigen Relikten der Grenzanlagen, die die 28-jährige Teilung der Stadt an ihrem ursprünglichen Standort wahrnehmbar macht.

Birgit Kinder, Test the Rest
Birgit Kinder, Test the Rest
Ignasi Blanch I Gisbert, Parlo D’Amor
Ignasi Blanch I Gisbert, Parlo D’Amor
Laszlo Erkel, You Can See Infinity
Laszlo Erkel, You Can See Infinity
Andy Weiss, Geist-Reise
Andy Weiss, Geist-Reise
André Sécrit, Du hast gelernt, was Freiheit heißt
André Sécrit, Du hast gelernt, was Freiheit heißt
Jürgen Grosse, Die Geburt des Kachinas, kopiert
Jürgen Grosse, Die Geburt des Kachinas, kopiert
Gerhard Lahr, Berlyn
Gerhard Lahr, Berlyn
Dieter Wien, Der Morgen
Dieter Wien, Der Morgen
Sándor Györffy, Feuerköpfe
Sándor Györffy, Feuerköpfe
Rainer Jehle, Denk-Mal, Mahn-Mal
Rainer Jehle, Denk-Mal, Mahn-Mal

Bereits seit 1996 engagiert sich die Mehrheit der KünstlerInnen in der von Kani Alavi initiierten Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. für den Erhalt und die Pflege der Gemälde.

Der einst durchgängig geschlossene Grenzabschnitt ist wegen städtebaulicher Maßnahmen nicht mehr durchgehend erhalten. Aufgrund des witterungsbedingten Verfalls sowie unzähliger Beschmierungen und kleineren wie größeren Zerstörungen wurde die East Side Gallery in den Jahren 2000 und 2009 großflächig saniert. Die letzte Sanierung wurde von der Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH (S.T.E.R.N.) durchgeführt, mehr als 2 Millionen Euro standen dafür zur Verfügung. Für die Sanierung war es notwendig, das Mauerwerk instand zu setzen. Dafür musste ein Großteil der Bilder abgestrahlt werden. Die KünstlerInnen wurden eingeladen, ihre Gemälde noch einmal auf die Berliner Mauer zu malen. Während die Mehrheit der KünstlerInnen ihr Gemälde wiederherstellte, kritisierte eine kleinere Gruppe die Sanierungsarbeiten und weigerte sich, ihre Gemälde neu aufzubringen. Heute existieren nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken.

In den Jahren nach dem Mauerfall nahmen die stadtplanerischen Konzepte den Spreeraum rund um die Oberbaumbrücke auf. Die Bauvorhaben direkt am Wasser standen dabei oft nicht im Einklang mit dem Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden East Side Gallery. Für die Bebauungen wurden Maueröffnungen geschaffen, die vor allem im Jahr 2013 großen Protest und Demonstrationen auslösten. Zuletzt wurden im März 2018 Teile der bemalten Mauer herausgenommen und an einer anderen Stelle in unmittelbarer Nähe aufgestellt.

Bauarbeiten an der East Side Gallery, 2018
Bauarbeiten an der East Side Gallery, 2018

Die längste Open-Air-Galerie in der Welt

In der Online-Ausstellung der Künstlerinitiative e.V. sind die Bilder in ihrem Zustand nach der Sanierung im Jahr 2009 dokumentiert.

FÜHRUNGEN

Öffentliche Führungen

East Side Gallery - Überblicksführung

Samstag
10.30 Uhr (Englisch)
11.00 Uhr (Deutsch)

Kunst an der East Side Gallery - Überblicksführung

Die Termine für diese Führung entnehmen Sie bitte den unten stehenden Detailinformationen.

Telefonische Anmeldung erforderlich bis Freitag vor dem jeweiligen Termin.
+49 (0)30 467 9866-23

Gruppenführungen

Für die Buchung einer Gruppenführung zu einem der unten aufgeführten Themen verwenden Sie bitte das Anmeldeformular.

Kontakt

Stiftung Berliner Mauer - Besucherservice

Kosten

Öffentliche Führungen

Schüler/innen kostenfrei
Erwachsene: 3,50 € / ermäßigt 2,50 € pro Person

Gruppenführungen

SchülerInnen: für Gruppen ab 10 Personen kostenfrei
Erwachsene: 3,50 € / ermäßigt 2,50 € pro Person Für Gruppen mit weniger als 10 Personen wird ein Sockelbetrag in Höhe von 35 € erhoben.

Treffpunkt Führungen

Mühlenstraße 73
10243 Berlin-Friedrichshain

Der Treffpunkt ist auf der Spreeseite der East Side Gallery, schräg gegenüber der Tamara-Danz-Straße.

Anreise

S- und U-Bahnhof Warschauer Straße

S3 S5 S7 S9 U1 U3
TramM10, M13
BUS 248, 347

Tamara-Danz-Straße

BUS 248

Schamil Gimajev, Wir sind ein Volk
Schamil Gimajev, Wir sind ein Volk

Die Geschichte der East Side Gallery

Überblicksführung

Die East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer. Während hier bereits die DDR-Grenzsituation Besonderheiten aufwies, erlangte das einstige Grenzelement nach dem Mauerfall weltweit Berühmtheit: 118 KünstlerInnen aus 21 Ländern gestalteten die Ostseite der Berliner Mauer mit ihren Bildern zur weltweit größten Open-Air-Gallery. In der Führung geht es um die künstlerische Aneignung des früheren Sperrwalls, die Freude über den Mauerfall und die Geschichte des DDR-Grenzregimes.

Dauer: 1 Stunde

East Side Gallery
East Side Gallery

Kunst an der East Side Gallery

Überblicksführung

Im Frühjahr 1990 gestalteten mehr als 100 KünstlerInnen aus 21 Ländern die weltweit längste Open-Air-Gallery auf 1,3 Kilometern des früheren Grenzelements. Die Kunstaktion verwandelte das einstige Herrschaftsinstrument zu einem Symbol für die Freude über das Ende der DDR. Die Führung erzählt die Geschichte des historischen Ortes anhand von ausgewählten Kunstwerken.

Dauer: 1,5 Stunden

Greta Ida Csatlos, Sonic Malade
Greta Ida Csatlos, Sonic Malade

Werde KunstkennerIn an der East Side Gallery!

Eine Führung für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren

In der Entdeckungstour setzen sich Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit der Geschichte der Berliner Mauer auseinander und werden zu KennerInnen der Kunst der East Side Gallery. Sie suchen nach Antworten auf die Fragen: Warum war Berlin 28 Jahre lang geteilt? Was ist kurz nach dem Mauerfall mit der Mauer passiert? Warum ist die East Side Gallery entstanden? Die Kinder beschäftigen sich mit den Symbolen und Geschichten der Bilder und werden dazu angeregt, einen eigenen Blick auf Kunst zu entwickeln.

Dauer: 1 Stunde
Teilnehmerzahl: max. 15

Christine Kühn, Touch the Wall
Christine Kühn, Touch the Wall

Die Geschichte der East Side Gallery

Überblicksführung in Leichter Sprache (buchbar ab Februar 2019)

Die Überblicksführung zur East Side Gallery in Leichter Sprache richtet sich an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lese- und Lernschwierigkeiten und Basis-Bildungsniveau. Die Führung hat zwei Teile. Im ersten Teil entdeckt die Gruppe den ehemaligen Grenzstreifen hinter der East Side Gallery. Mit dem Guide bespricht sie die Themen: Deutsche Teilung, Mauer, Mauertote und Wiedervereinigung. Im zweiten Teil werden drei Mauerbilder mit abwechslungsreichen Methoden und Materialien für die Gruppe erfahrbar gemacht.

Dauer: 1,5 Stunden

ÜBER UNS

Die Stiftung Berliner Mauer

Die Stiftung Berliner Mauer ist durch Gesetzesbeschluss vom 17. September 2008 als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts errichtet worden. Zur Stiftung gehören die Standorte Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde sowie die Gedenkstätte Günter Litfin im Wachturm der ehemaligen Führungsstelle der DDR-Grenztruppen am Kieler Eck.

Zweck der Stiftung ist es, die Geschichte der Berliner Mauer und der Fluchtbewegungen aus der Deutschen Demokratischen Republik als Teil und Auswirkung der deutschen Teilung und des Ost-West-Konflikts im 20. Jahrhundert zu dokumentieren und zu vermitteln, sowie deren historische Orte und authentische Spuren zu bewahren und ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu ermöglichen.

Im Mai 2018 hat das Abgeordnetenhaus von Berlin die Übertragung der East Side Gallery in die Verantwortung der Stiftung Berliner Mauer beschlossen. Die Stiftung Berliner Mauer erhielt damit das Mandat für den baulichen Unterhalt des Denkmals East Side Gallery, die Pflege der zugehörigen öffentlichen Grünanlage sowie für die Vermittlung des historischen Erinnerungsortes.

Aktuell

Pressemitteilung

Land Berlin hat East Side Gallery an Stiftung Berliner Mauer übertragen

Berlin, 01. November 2018 – Das Land Berlin hat die East Side Gallery, das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer, zum heutigen 1. November 2018 in das Eigentum der Stiftung Berliner Mauer (SBM) übertragen.

Pressekontakt

Für Anfragen an die Presse und für Dreh- und Fotogenehmigungen wenden Sie sich bitte an

Gesine Beutin
Leiterin Marketing, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

© STIFTUNG BERLINER MAUER 2018